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Friseursoftware für mehrere Standorte: Filialen zentral verwalten

Friseursoftware für mehrere Standorte: Filialen zentral verwalten

6 Min. Lesezeit

Friseursoftware für mehrere Standorte: Was sich beim zweiten Salon strukturell ändert – Teamzuordnung, gemeinsame Kundendaten, eigene Seiten und Auswertung.

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Der zweite Salon ist keine Verdopplung des ersten. Er bringt Fragen mit, die im Einzelbetrieb schlicht nicht existieren: Wer darf welchen Kalender sehen? Ist der Stammgast, der sonst in die Innenstadt kommt, in der Filiale bekannt? Gilt der Preis für Balayage an beiden Adressen? Und wer trägt die Krankmeldung ein, wenn die Betriebsleitung an diesem Tag im anderen Haus steht?

Diese Fragen entscheiden über den Verwaltungsaufwand der nächsten Jahre, und sie werden schlecht beantwortet, wenn das System den zweiten Standort nur als zweites Konto kennt. Dieser Beitrag geht die fünf Stellen durch, an denen sich ein Mehrstandortbetrieb vom Einzelsalon unterscheidet – und woran Du in Salon Wizard oder einem anderen System erkennst, ob eine davon tragfähig gelöst ist.

1. Woran Du merkst, dass zwei getrennte Konten nicht mehr reichen

Viele Salons betreiben ihren zweiten Standort anfangs als zweiten Zugang: ein eigener Login, ein eigener Kalender, eine eigene Kundenliste. Das funktioniert überraschend lange – bis zu dem Tag, an dem drei Dinge gleichzeitig auftreten.

Das erste ist die wechselnde Besetzung. Sobald jemand dienstags hier und donnerstags dort arbeitet, muss die Verfügbarkeit über beide Häuser hinweg stimmen, sonst wird die Person an zwei Orten gleichzeitig gebucht. Das zweite ist der wandernde Gast: Er hat seine Farbformel im einen Salon hinterlassen und sitzt im anderen im Stuhl. Das dritte ist die Frage nach Zahlen, die beide Betriebe zusammen betreffen – Auslastung, Ausfallquote, Umsatz je Arbeitsstunde.

Solange keiner dieser drei Fälle auftritt, sind zwei getrennte Konten die einfachere Lösung und ein Umbau wäre verfrüht. Sobald zwei davon regelmäßig vorkommen, wird jede Woche von Hand ausgeglichen, was ein System übernehmen sollte.

Der zweite Salon verdoppelt nicht die Arbeit, sondern erzeugt eine neue Sorte davon.

2. Mitarbeitende, die zwischen den Häusern wechseln

Der Personaleinsatz über mehrere Standorte ist die technisch anspruchsvollste Stelle. Eine mitarbeitende Person ist und bleibt eine Person, hat aber je Standort andere Arbeitszeiten, teilweise andere Leistungen und fast immer ein anderes Team um sich. Ein System, das sie zweimal anlegt, verliert genau das: Die Doppelbuchung wird nicht verhindert, weil aus Sicht der Software zwei verschiedene Personen frei sind.

Prüf deshalb, ob sich eine Person mehreren Standorten zuordnen lässt, mit standortabhängigen Arbeitszeiten, aber einer gemeinsamen Verfügbarkeit. Klär außerdem die Fahrzeit dazwischen: Wenn der Vormittag in der Filiale endet und der Nachmittag im Hauptsalon beginnt, muss zwischen dem letzten und dem ersten Termin ein Puffer stehen, den die Online-Buchung respektiert.

Ein zweiter Punkt betrifft Aushilfen und Vertretungen. Sie arbeiten unregelmäßig und oft dort, wo gerade jemand fehlt. Ein System, das die Standortzuordnung nur beim Anlegen erlaubt und danach nicht mehr ändert, erzwingt für jede Vertretung einen Verwaltungsvorgang.

3. Ein gemeinsamer Kundenstamm oder getrennte Karteien

Hier gibt es keine allgemein richtige Antwort, sondern eine Entscheidung, die zum Betrieb passen muss. Ein gemeinsamer Kundenstamm bedeutet: Farbformel, Terminhistorie und Notizen sind an beiden Adressen sichtbar, der Gast muss nichts wiederholen, und Doppelanlagen entstehen nicht. Getrennte Karteien bedeuten: Jedes Haus sieht nur die eigenen Gäste, was bei räumlich weit auseinanderliegenden Standorten mit unterschiedlicher Kundschaft übersichtlicher sein kann.

Die gemeinsame Variante ist im Salonalltag meistens die nützlichere, weil sie genau den Fall löst, der sonst Ärger macht: Der Stammgast sitzt im anderen Haus, und niemand weiß, welche Farbe zuletzt funktioniert hat. Sie verlangt allerdings, dass geregelt ist, wer welche Daten sehen darf – dazu gehört auch die Frage, ob Mitarbeitende die Notizen eines Standorts einsehen können, an dem sie nie arbeiten.

Wichtig ist vor allem, dass die Entscheidung nicht endgültig ist. Frag nach, ob sich zwei getrennte Kundenstämme später zusammenführen lassen, ohne dass Dubletten entstehen. Genau dieser Schritt wird gebraucht, wenn ein Salon zugekauft wird.

4. Leistungen, Preise und Öffnungszeiten je Haus

Zwei Standorte sind selten identisch. Der eine öffnet samstags, der andere nicht. Der eine bietet Extensions an, der andere hat niemanden dafür ausgebildet. Und häufig unterscheiden sich die Preise, weil sich Miete und Kundschaft in einer Fußgängerzone anders darstellen als in einem Wohngebiet.

Ein System für mehrere Standorte muss deshalb erlauben, dass eine Leistung zentral definiert wird und je Standort abweicht – in Preis, Dauer oder Verfügbarkeit. Die Alternative ist, jede Leistung mehrfach anzulegen, und das rächt sich bei der nächsten Preisanpassung: Aus einer Änderung werden dann so viele Änderungen, wie es Standorte gibt.

Dasselbe gilt für die öffentliche Seite. Jeder Standort braucht eine eigene Adresse im Netz mit eigener Anschrift, eigenen Öffnungszeiten und eigenem Buchungsweg – nicht weil es hübscher aussieht, sondern weil Gäste und Suchmaschinen nach Ort suchen. Eine gemeinsame Seite, auf der beide Adressen im Fließtext stehen, beantwortet die Frage „Friseur in meiner Nähe" für keinen der beiden Standorte gut.

5. Was die Zentrale sieht und was vor Ort entschieden wird

Mit dem zweiten Standort entsteht eine Rollenfrage, die es vorher nicht gab: Nicht mehr jede Person, die im System arbeitet, soll alles dürfen. Eine Standortleitung braucht ihren Kalender, ihre Gäste und ihre Leistungen. Sie braucht nicht zwingend die Umsatzzahlen des anderen Hauses und in der Regel nicht die Vertragsdaten.

Prüf deshalb, ob das System zwischen einer standortgebundenen und einer betriebsweiten Sicht unterscheidet, und ob sich eine neue Person im Team einem Standort zuordnen lässt, ohne dass sie automatisch alles sieht. Diese Trennung ist nicht nur eine Datenschutzfrage, sondern auch eine praktische: Ein Kalender mit vierzig Spalten aus drei Häusern ist für die Person am Empfang unbenutzbar.

Auf der anderen Seite braucht die Betriebsleitung eine Sicht, die alle Standorte nebeneinanderstellt – Auslastung, Ausfälle, Wiederbuchungsquote, Umsatz je Stunde. Ohne diese Zusammenschau lässt sich nicht beurteilen, ob der zweite Salon trägt oder ob er nur den ersten leerzieht. Klär deshalb vor der Entscheidung, ob diese Auswertung im System existiert oder ob sie jeden Monat von Hand in einer Tabelle entsteht.

Ob eine Friseursoftware für mehrere Standorte taugt, entscheidet sich an fünf Stellen: an der Person, die zwischen den Häusern wechselt, am Kundenstamm, an den standortabhängigen Leistungen, an der eigenen Adresse je Standort und an der Rollentrennung zwischen Haus und Betriebsleitung. Ein System, das an allen fünf Stellen mitgeht, macht den dritten Standort zu einer Entscheidung über Miete und Personal – und nicht zu einer über Software.

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